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Liebe Schülerin, lieber Schüler, liebe erziehungsberechtigte Person,

herzlich willkommen im Bildungsgang „Allgemeine Hochschulreife/Ingenieurwissenschaften“. Dieser Bildungsgang gehört zum Technischen Gymnasium am Berufskolleg Opladen.

Was wir dir hier bieten
Hier findest du Informationen dazu, wie du an unserer Schule das Abitur (allgemeine Hochschulreife) mit dem Schwerpunkt Ingenieurwissenschaften machen kannst. Außerdem kannst du hier downloaden und nachlesen, was unsere Arbeit am Berufskolleg auszeichnet:


Unser Schwerpunkt: Ingenieurwissenschaften

Die Ingenieurwissenschaften bestehen bei uns aus den Bereichen Bautechnik, Elektrotechnik und Maschinenbautechnik. An konkreten Problemsituationen verbinden wir diese drei Bereiche. So verstehst du die übergreifenden Strukturen, die das Fach Ingenieurwissenschaften ausmachen. Außerdem wendest du dabei Arbeitsweisen an, die typisch für den Bereich Technik sind. Dies hilft dir später, wenn du dich im Studium oder der Ausbildung weiter spezialisierst.

Du brauchst noch weitere Informationen?

Ich helfe dir gerne weiter. Schreib einfach eine E-Mail an mich.

Paul Niestroj – Bildungsgangleiter „Allgemeine Hochschulreife/Ingenieurwissenschaften“

Bildungsgangkoordination

Du interessierst dich für Technik?
Moderne technische Systeme willst du genauer verstehen? Du möchtest die Arbeitsweisen der Ingenieurwissenschaften kennenlernen? Kurz: Du willst einen Zugang zur Technik und gleichzeitig dein Abitur machen? Dann bist du bei uns im Bildungsgang „Allgemeine Hochschulreife/Ingenieurwissenschaften“ genau richtig.

In Leverkusen mit Tradition
Schon lange ist das Berufskolleg Opladen für seinen technischen Bereich bekannt. Aus dieser Tradition entwickelte sich 2013 das Technische Gymnasium. Seitdem haben wir zahlreiche Schülerinnen und Schüler zum Abitur begleitet. Jetzt studieren sie in ganz Deutschland oder machen eine Ausbildung. Dabei bleiben die meisten ehemaligen Schülerinnen und Schüler im Berufsfeld Technik und nutzen ihr erworbenes Wissen erfolgreich weiter. 

Das Berufskolleg ist einzigartig
Als Berufskolleg zeichnet uns die berufliche Orientierung aus. Wir verzahnen praktische Übungen mit theoretischem Wissen. Dazu nutzen wir moderne Ausrüstungen: CAD-Software zum Erstellen von Werkstücken am PC in modernen Computerräumen, CNC-Maschinen in der Metallwerkstatt, programmierbare Roboterfahrzeuge in unseren Laboren und vieles mehr. Einige unserer Lehrpersonen kommen nicht nur aus dem Schuldienst, sondern haben vorher auch in Unternehmen gearbeitet und bringen viele Erfahrungen aus der Arbeitswelt mit. Andere wiederum sind ausgebildete Meister, die ihr Handwerk umfassend gelernt haben. Gemeinsam werden wir dir einen sehr anschaulichen Zugang zur Welt der Technik ermöglichen. Du kannst dabei viel Spannendes ausprobieren und viel Neues dazulernen. Später ist dein Wissen auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Deine Berufsaussichten sind derzeit besonders gut. 

Deine Chance
Mit dem Abitur steht dir der weitere Weg offen. Du kannst dich deutschlandweit für ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule oder eine Ausbildung entscheiden. Dabei kannst du deinen Weg im Bereich Technik fortsetzen oder eine nicht technische Richtung einschlagen. Es liegt an dir, was du daraus machst. 

Wenn du von der Hauptschule, Realschule oder Sekundarschule kommst
Für die Aufnahme benötigst du den Mittleren Bildungsabschluss (Fachoberschulreife, FOR) mit dem Qualifikationsvermerk zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. 

Wenn du vom Gymnasium kommst
Vom Gymnasium kannst du frühestens nach Klasse 9 zu uns wechseln. Dann brauchst du die Versetzung in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (bei G8). Ein Wechsel nach Klasse 10 ist ebenfalls möglich. 

Wenn du von der Gesamtschule kommst 
Du brauchst die Versetzung in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe. Diese bekommst du nach Klasse 10 auf der Gesamtschule.

Wenn du bereits ein Fachabitur im Bereich Technik hast
Dann kannst du bei uns schon in Klasse 12 beginnen. Dafür brauchst du aber noch eine wichtige Sache: Du musst eine zweite Fremdsprache (neben Englisch) in vier aufeinanderfolgenden Schuljahren nachweisen. Auf deinen bisherigen Zeugnissen kannst du dies nachsehen und überprüfen.

Im Klassenverband zum Ziel
Dein Weg zum Abitur dauert bei uns drei Jahre. Du hast von Montag bis Freitag zwischen 08:00 und 14:45 Uhr Unterricht. In der Woche kommen so etwa 32-36 Unterrichtsstunden zusammen. Der Unterricht findet dabei im Klassenverband statt. Deine Klassenlehrerin oder dein Klassenlehrer bleibt über die ganze Schulzeit deine zentrale Ansprechperson. 

Deine Fächer
Neben den technischen Fächern Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Physik und Technische Informatik hast du noch die Fächer Deutsch, Gesellschaftslehre mit Geschichte, Wirtschaftslehre, Religionslehre/Praktische Philosophie und Sport.

Weitere Wahlkurse beinhalten viele praktische Übungen. Du erstellst zum Beispiel Werkstücke mit Hilfe von CAD-Software am PC und bedienst Maschinen in unserer Werkstatt. 
Als Fremdsprachen kommen Englisch (als fortgeführte Fremdsprache) und Spanisch als neu einsetzende Fremdsprache dazu. Mit diesem Angebot sorgen wir dafür, dass du deine technischen Fähigkeiten auch in internationalen Teams einsetzen kannst.

Klasse 11: Unser Ziel
In Klasse 11 geht es uns darum, die Grundlagen für ein intensives Arbeiten und Lernen zu legen („Einführungsphase“). Das Fach Ingenieurwissenschaften wird in diesem Jahr als Schwerpunktfach unterrichtet. Vieles wird neu für dich sein. Gemeinsam mit dir werden wir Wege finden, wie du dir zentrale Arbeitsweisen aneignest und wichtige Kompetenzen ausbildest. 

Klasse 11: Wir lernen uns gut kennen
Um uns besser kennen zu lernen, werden wir mit dir interessante Projekte machen. Ein gemeinsamer Tag beim Wasserskifahren oder in der Bowling-Arena gehört zum Beispiel dazu. Interessant wird auch das Eishockeyprojekt mit den Kölner Haien sein. Du darfst dabei den Profis vor Ort in Köln über die Schulter schauen. Im Anschluss daran wirst du selbst – in voller Schutzausrüstung – aufs Eis gehen und dich im Sportspiel Eishockey ausprobieren. 

Klasse 12: Dein Weg zum Abitur
Ab Klasse 12 sammelst du Punkte für deine Zulassung zu den Abiturprüfungen („Qualifikationsphase“). Es werden die Fächer Ingenieurwissenschaften und Mathematik als Leistungskurse unterrichtet. Diese beiden Fächer sind von nun an deine ersten beiden Abiturfächer. In den Wahlkursen werden wir dir weiterhin praktische Übungen ermöglichen. Sie veranschaulichen theoretische Aspekte aus dem Bereich Ingenieurwissenschaften.

Klasse 12: Berufs- und Studienorientierung und Ski-Studienfahrt
In diesem Schuljahr beschäftigst du dich auch vermehrt mit deiner Berufs- und Studienwahl. Wir besuchen zusammen mit dir Berufs- und Studienmessen. Auch vermitteln wir dir einen direkten Kontakt zur Berufs- und Studienberatung der Bundesagentur für Arbeit. Am Ende des Schuljahres darfst du dann ins Praktikum. Dadurch bekommst du einen Einblick in die „richtige“ Arbeitswelt.
Außerdem machen wir in Klasse 12 eine Ski-Studienfahrt. Dabei lernst du das Skifahren oder verbesserst es. Neben dem Skifahren bleibt noch ausreichend Freizeit für viele gemeinsame Erlebnisse, so dass wir als Klassengemeinschaft weiter zusammenwachsen.

Klasse 13: Wichtige Entscheidungen
Die Fächer Ingenieurwissenschaften und Mathematik bleiben deine ersten beiden Abiturfächer. Zu Beginn der Klasse 13 bestimmst du dann die beiden anderen Abiturfächer: Als 3. Abiturfach kannst du entweder das Fach Deutsch oder das Fach Englisch wählen. Im 4. Abiturfach ist die Auswahl größer. Hier kannst du zwischen den Fächern Gesellschaftslehre mit Geschichte, Wirtschaftslehre oder Religion auswählen. Auch in Klasse 13 gibt es für dich praktische Übungen in den Wahlkursen, die Aspekte aus dem Fach Ingenieurwissenschaften veranschaulichen oder ergänzen.

Klasse 13: Erst die Zulassung, dann die Abiprüfungen
Sofern du auf dem Weg zum Abitur genug Punkte gesammelt hast, wirst du zu den Abiturprüfungen zugelassen. Die ersten drei Abiturfächer werden schriftlich durch eine zentrale Abschlussprüfung geprüft. Im 4. Abiturfach findet eine mündliche Abschlussprüfung statt. Hier kannst du eine kleine Prüfungskommission aus unserer Schule von deinem Wissen überzeugen.

Zum Schluss: deine Abifeier
Zusammen mit deinen Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Verwandten, Bekannten, Freundinnen und Freunden feierst du das Ende deiner Schullaufbahn. Dies sind immer wieder tolle Feiern, auf die man gerne und mit Stolz zurückblickt.

Exkursionen und Projekte

Du findest hier eine Auswahl der wichtigsten Exkursionen und Projekte. Sie ergänzen den Unterricht und geben dem Schulalltag ein wenig Abwechslung.

In Klasse 11:

  • Kennenlerntag: Besuch der Wasserskianlage in Langenfeld, der Bowling-Arena in Baumberg oder des Hochseilgartens in Opladen
  • Eishockey-Projekt mit den Kölner Haien: (Uni-)Hockey im Sportunterricht, Besuch eines Trainings der Profis der Kölner Haie, Ausprobieren des Sportspiels Eishockey – mit voller Schutzausrüstung - im Anschluss an das Profitraining, Besuch eines Spiels der Profis in der Lanxess-Arena
  • Sportturniere: Teilnahme am Volleyball- und Fußballturnier der Schule

In Klasse 12:

  • Berufs- und Studienmessen: Besuch der Berufs- und Studienmesse des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, Teilnahme an der Vocatium-Messe Köln (Fachmesse für Ausbildung und Studium) sowie anderer Berufs- und Studienmessen in der näheren Umgebung (Traumberuf IT & Technik in Köln, Einstieg Köln etc.)
  • Woche der Studienorientierung der Hochschulen: Ein Besuch der Orientierungstage der Hochschulen wird ermöglicht, eine Freistellung für den Besuch besonderer Veranstaltungen der Hochschulen wird gewährt
  • Ski-Studienfahrt: 8-tägige Studienfahrt nach Österreich
  • Sportabzeichen als Zusatzqualifikation: Das Sportabzeichen kann während des Sportunterrichts in Klasse 12 abgelegt werden
  • Praktikum: 3-wöchiges Orientierungspraktikum in einem Unternehmen mit Bezug zur Technik am Ende des Schuljahres

In Klasse 13:

  • Woche der Studienorientierung der Hochschulen: Ein Besuch der Orientierungstage der Hochschulen wird ermöglicht, eine Freistellung für den Besuch besonderer Veranstaltungen der Hochschulen wird gewährt
  • Die Abifeier: Planung, Organisation und Durchführung der Feier zum Schullaufbahnende

Weitere Exkursionen und Projekte:

  • Besuch von Fachmessen (Elektrotechnik-Messe Dortmund, METAV Düsseldorf etc.)
  • Betriebserkundungen (Kawasaki Robotics Neuss, Ford Köln etc.)
  • Besuch von Veranstaltungen zur Berufs- und Studienorientierung (Tag der Bewerbung/Tag der Ausbildung Leverkusen)
  • Unterrichtsgänge (Industriemuseum Solingen, Lesungen etc.)
  • Teilnahme an den Sportturnieren der Schule

Delia-Loren Interno

Unterrichtsfächer: Informatik und Mathematik
D.Interno(at)bk-opladen(dot)de

Jacqueline Moeck

Unterrichtsfächer: Mathematik und Katholische Religionslehre
J.Moeck(at)bk-opladen(dot)de

Paul Niestroj

Unterrichtsfächer: Sozialwissenschaften/Politik, Wirtschaftslehre und Sport
P.Niestroj(at)bk-opladen(dot)de

Jürgen Schneider

Unterrichtsfächer: Nachrichtentechnik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Praktische Philosophie
J.Schneider(at)bk-opladen(dot)de

Schritt 1
Du musst dich bei uns online anmelden. Dies geschieht über die Internetseite „ schulbewerbung.de “:
Am Ende der Online-Anmeldung musst du ein Formular ausdrucken. Diesen Ausdruck müssen deine erziehungsberechtige Person(en) und du unterschreiben. 

Schritt 2
Neben dem unterschriebenen Ausdruck brauchen wir weitere Daten und Unterlagen von dir. Fülle dazu bitte unser eigenes Anmeldeformular vollständig aus:

Achte bitte darauf, dass deine erziehungsberechtigte Person(en) und du unser eigenes Anmeldeformular unterschreiben. Fertige abschließend noch die auf dem Anmeldebogen angegebenen Unterlagen an und stelle alle benötigten Dinge zusammen. 

Das Ende von Schritt 2
Du gibst deine ausgefüllten Unterlagen und alle benötigten Dinge bei uns ab. Dazu gehören: 

  • Der Ausdruck von „ schulbewerbung.de “
  • Unser eigenes Anmeldeformular
  • Dein letztes Schulzeugnis (in Kopie)
  • Ein tabellarischer Lebenslauf
  • Rückporto für einen Standardbrief

Wenn du bei Schritt 1 oder Schritt 2 nicht weiterkommst
Wenn du nicht online bist, dir keine Zugangskennung vorliegt oder es andere Probleme gibt, helfen wir dir an unserem Anmeldetag. Der Anmeldetag ist der Samstag nach der Halbjahreszeugnisausgabe. Dann ist die Schule geöffnet und du kannst mit deinem Anliegen und allen deinen Fragen zu uns kommen. 

So geht es nach Schritt 2 weiter: Die Aufnahme
Wenn alle Unterlagen bei uns vorliegen, werden wir zügig entscheiden, ob du eine Zusage bekommst. In „Schüler Online“ wird dir angezeigt, ob du bei uns aufgenommen bist. Auch schicken wir dir dann einen Brief per Post und laden dich zur Voreinschulung vor den Sommerferien ein. Dort besprechen wir alles Wichtige für den Start bei uns.

Und wenn ich nicht aufgenommen bin?
Dann stehst du automatisch bei uns auf der Warteliste. Wir kommen auf dich zu, wenn ein Platz bei uns im Bildungsgang frei wird. Du kannst auch bei uns nachfragen, ob wir einen Platz in einem anderen Bildungsgang für dich haben. Gleichzeitig solltest du jetzt auch Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit aufnehmen und verstärkt einen Ausbildungsplatz suchen. Du kannst dich aber auch an einer anderen Schule anmelden. Wir schalten dich dafür bei „ schulbewerbung.de “ frei.


Neues aus dem Bildungsgang

Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau 2024

Nach fast 14-stündiger Fahrt schaukelt unser Reisebus endlich durch Oswiecim, unseren Zielort. An Bord: 18 übermüdete Schülerinnen und Schüler, sowie drei Lehrkräfte des BK Opladen. Die Herausforderung diesmal: Um Kosten zu sparen, teilen wir uns die Fahrten mit einer Schule aus Bocholt. Jeder Platz ist besetzt. Nachdem wir die Hotelzimmer bezogen haben, geht es auf Erkundungstour per App durch das kleine polnische Städtchen an der Sola. Wir besuchen die Synagoge und erfahren einiges über das jüdische Leben hier in Oswiecim vor dem Holocaust. Heute lebt nur noch eine einzige Jüdin vor Ort, damals war hier eine große jüdische Gemeinde beheimatet.

Am nächsten Tag besuchen wir das Stammlager, Auschwitz I. Die ehemalige polnische Kaserne war von den Nazis 1940 ursprünglich als Gefangenenlager für polnische Häftlinge eingerichtet worden.

Birken, blühender Flieder und Pappeln schaffen an diesem Ort eine irreführende Idylle. Dennoch ist die Atmosphäre eisig. Man hört hier nur die Schritte auf dem Kies unter unseren Füßen und die Stimme des Guides über die Kopfhörer. Sonst herrscht Stille. Die Besuchergruppen ziehen schweigend von Block zu Block. Fassungslosigkeit. Portraits der Häftlinge, Schuhe über Schuhe, Koffer, Geschirr, Gebetsschals, ein Berg Brillen, Fotografien der SS-Ärzte während der Selektionen an der Rampe. In einer Vitrine liegt ein Kinderschuh, in der nächsten ein Babystrampler.

In Block 11 sind die Fenster verriegelt. So konnte man nicht in den Innenhof schauen. Dort fanden die Erschießungen statt.

Am späten Nachmittag befassen wir uns in einem 90-minütigen Workshop mit der Psychologie des Mordens und der des Überlebens. Wir erfahren, dass es den Nazis leichter fiel, Menschen zu töten, denen sie zuvor ihre Identität und Würde genommen hatten, und dass Solidarität ein Mittel der Häftlinge war, diese Würde wieder herzustellen.

Am Mittwochmorgen tauchen wir buchstäblich ab in die traumatischen Erinnerungen des Künstlers und Bühnenbildners Marian Kolodziej. Über die fünf Jahre Haft in Auschwitz konnte er nie reden. Bis zum Schluss brach er sein Schweigen nicht. Seine detaillierten Bleistift-Zeichnungen, Collagen und labyrinthisch angeordneten Installationen schreien umso mehr. Marian Kolodziej hat im Gewölbe des Franziskaner-Klosters in Harmeze ein Denkmal erschaffen, in welchem er nach seinem Tod sogar beigesetzt wurde. Einige Jahre später folgte ihm auch seine Frau.

Danach fahren wir zur Alten Judenrampe, dem Bahnsteig vor dem Konzentrationslager in Birkenau. An dieser Stelle begann zwischen 1940 und 1944 das grausame Morden und systematische Auslöschen von über 1,3 Mio Menschen. Denn nach der Ankunft wurden hier die Familien bei den Selektionen durch die Nazis regelrecht auseinandergerissen und getrennt. Aus vielen Zeitzeugen-Interviews wissen wir, dass sich die meisten hier das letzte Mal sahen. Während arbeitsfähige Menschen im Lager untergebracht wurden, wurden Alte, Kranke, Frauen und Kinder unter 14 Jahren direkt in die Gaskammern getrieben. Ihre Leichen wurden verbrannt, schon während ihre Angehörigen die Köpfe kahl rasiert und Häftlingsnummer eintätowiert bekamen.

Nach dem Mittagessen begehen wir das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, auch Auschwitz II genannt. Auf dem Wachturm wird für uns die Größe des Geländes sichtbar. In den Holzbaracken zeigt sich erneut: Hier ist Unmenschliches geschehen. Unser Guide erzählt uns, dass das Leeren der Latrinen zu den „besseren“ Strafarbeiten gehörte, da man diese unter dem Dach ausführen konnte. Am nächsten Tag werden wir davon noch einmal etwas hören.

Wir gehen schließlich über die große Lagerstraße, entlang der Bahnschienen, vorbei an der Rampe, an der im letzten Jahr des Lagers die Selektionen stattfanden. Wir laufen über Tränen, Schreie, suchende Blicke, Angst. Wir laufen über die Asche der Ermordeten. Auschwitz-Birkenau ist der größte Friedhof der Welt. Es ist windig. Die Qual, die die ehemaligen Insassen erleiden mussten, peitscht einem regelrecht ins Gesicht. Vorbei an den von den Nazis vor ihrer Flucht zerbombten Krematorien und der so genannten Sauna geht es in den Lagerabschnitt „Kanada“. Hier wurden Kleidung, Koffer, Schuhe und Wertgegenstände der Häftlinge und der Ermordeten gesammelt, um sie weiterzuverkaufen. Noch heute findet man hier Knöpfe, stumme Zeugen. Mit einer kleinen Gedenkfeier verabschieden wir uns von diesem Ort, legen bemalte Steine, Kerzen und Tulpen nieder. Ein stiller Gang durch eine der ehemaligen Kinderbaracken beendet unsere Führung.

Auschwitz ist ein Ort, der Fassungslosigkeit auslöst, ein Ort unbeantwortbarer Fragen, ein Ort der Trauer, der Wut, der fehlenden Worte. Ein Ort, an dem sich unendlich viel Leid zugetragen hat. Und gleichzeitig ein Ort gegen das Vergessen und für den Frieden. Für die Liebe in der Welt. Ein Ort der Hoffnung und der Botschaft von Vergebung und Stärke. Auschwitz bewegt und verändert.

Bevor es am Donnerstag nach Krakau weiter geht, erwartet uns eine besonders berührende Begegnung. Stefania Wernik, geborene Piekarz, eines der letzten in Auschwitz-Birkenau geborenen Kinder, erzählt uns ihre Geschichte. Wie ihre polnische Mutter, im zweiten Monat schwanger, bei einem illegalen Grenzübertritt inhaftiert wird und die Schwangerschaft bis zum achten Monat geheim hält. Sie muss 12 Stunden täglich in hüfthohem Wasser stehen und Schilf entfernen oder die Latrinen leeren. Als ihre Schwangerschaft entdeckt wird, wird sie in einen „komfortableren“ Block verlegt und bekommt mit Sahne angedickte Suppen. Wer hier einen Hauch Menschlichkeit vermutet, muss sich bald darauf leider mit der Wahrheit konfrontiert sehen, denn: Der Lagerarzt Dr. Josef Mengele, auch als „Todesengel von Auschwitz“ bekannt, benutzt die nicht-jüdischen Babys für seine pseudomedizinischen Versuche. Stefania Wernik wird sich davon ihr ganzes Leben nicht erholen. Häufige Krankheiten, Allergien und eine tief verwurzelte Angst sind ihre ständigen Begleiter. Und trotz all dem Leid, es gibt auch ein glückliches Leben nach dem in der Hölle von Auschwitz: Als sie 18 Jahre alt ist, lernt sie ihren zukünftigen Ehemann kennen. Sie heiraten nach kurzer Zeit und bekommen vier Kinder und schließlich 17 Enkel und Urenkel.

Auf unserer Fahrt nach Krakau lassen wir die blühende Landschaft an uns vorbeiziehen und die Eindrücke der letzten Tage erst einmal hinter uns. Krakau, eine Stadt mit mittlerweile 1,3 Mio Einwohnern zeigt sich uns bei strahlendstem Sonnenschein mit seinen verschnörkelten Altbauten, Bäumen, Tulpenmeeren, zig Kirchtürmen und der imposanten Burg Wawel, Residenz der ehemaligen polnischen Könige wie des Nazi-Generalgouverneurs Hans Frank. Unsere polnische Reiseleiterin Magda, die auch hier in Krakau lebt, führt uns über den Wawel, durch kleine Sträßchen zum berühmtem Marktplatz mit seinen Tuchhallen. Die Fenster in der Marienkirche sind über 750 Jahre alt! Doch gedanklich sind die meisten schon beim Shoppen und Essen. Beides kann man in Krakau hervorragend. So endet unser Tag mit leeren Portemonnaies und vollen Bäuchen, als wir gegen 22 Uhr die Rückreise nach Opladen antreten.

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