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Flexibilität, Teamfähigkeit, Kreativität und Vorurteilsfreiheit - Praktische Einblicke in Recht und Staat

In unserem Kurs „Praktische Philosophie“ beschäftigten wir uns dieses Halbjahr mit dem Thema „Recht, Staat und Wirtschaft“. Drei besondere Erfahrungen baten dabei spannende Einblicke in die Praxis: Am 17. September 2024 besuchten wir das Amtsgericht Leverkusen in Opladen, wo wir fünf Gerichtsverhandlungen miterleben konnten, und später, am 20. November 2024, war der Vorsitzende Richter Thorsten Heymann zu Gast in unserem Unterricht. Zudem besuchte uns am 4. Dezember 2024 ein ehemaliger Kriminalbeamter, Andreas Schnurbusch, und erzählte von seiner jahrzehntelangen Arbeit bei der Polizei.

Unser Besuch am Amtsgericht Leverkusen begann um 9:00 Uhr und dauerte bis 11:00 Uhr. Nach einer Sicherheitskontrolle, bei der wir unsere Wertsachen abgeben und durch eine Schleuse gehen mussten, wurden wir in den Gerichtssaal geführt. Dort erlebten wir mehrere Verhandlungen à 30 Minuten mit. Spannend war es, den Vorsitzenden Richter Thorsten Heymann und den Staatsanwalt bei ihrer Arbeit zu beobachten. Einer der Prozesse musste jedoch verschoben werden, da der Angeklagte kein Deutsch verstand. In den Pausen hatten wir die Gelegenheit, mit dem Richter und dem Staatsanwalt über die Abläufe und Herausforderungen im Gericht zu sprechen. Dieser Besuch half uns, die theoretischen Inhalte des Unterrichts besser zu verstehen und einen Einblick in die Praxis zu gewinnen.

Am 20. November 2024 besuchte uns Herr Heymann in unserem Unterricht. Mit einer offenen Art erzählte er von seinem beruflichen Werdegang und seiner Tätigkeit als Richter. Sein Weg führte ihn über ein Jura-Studium in Marburg und Referendariate in Wien und Namibia schließlich 1999 zum Amtsgericht Leverkusen. Er berichtete auch von der Bedeutung der richterlichen Unabhängigkeit und erklärte uns rechtliche Unterschiede, wie beispielsweise zwischen Mord und Totschlag. Besonders interessant und beeindruckend war, wie ehrlich er von seinem Weg erzählte.

Ein weiteres Highlight war der Besuch von Andreas Schnurbusch, einem ehemaligen Kriminalbeamten, am 4. Dezember 2024. Herr Schnurbusch blickt auf 41 Jahre bei der Polizei zurück, in denen er sich vor allem mit Rauschgiftfahndung und Menschenhandel beschäftigte. Er erzählte uns, wie er ursprünglich durch den Wunsch, den Wehrdienst zu umgehen, zur Schutzpolizei kam, später studierte und schließlich zur Kriminalpolizei wechselte. Besonders beeindruckend waren seine Schilderungen von schwierigen Einsätzen, wie der Untersuchung von Leichenfällen, darunter auch verstörende Geschichten über Unfälle und ähnliches.

Er teilte uns mit, welche Fähigkeiten für die Polizeiarbeit notwendig sind: Flexibilität, Teamfähigkeit, Kreativität und Vorurteilsfreiheit. Dabei stellte er klar, dass der Beruf oft weniger actionreich ist, als man vermuten könnte, und viel Arbeit am Telefon und Computer erfordert. Zur Veranschaulichung brachte er zwei realistische Nachbildungen von Schreckschusswaffen mit und erklärte uns, wie Polizeibeamte den Umgang mit Waffen erlernen.

Diese besonderen Begegnungen mit Experten aus der Praxis haben unseren Unterricht enorm bereichert. Sie boten uns nicht nur Einblicke in die beruflichen Realitäten von Richtern und Kriminalbeamten, sondern veranschaulichten auf interessante Weise die theoretischen Inhalte unseres Kurses.

Pia Becker, 22.12.2024

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