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Anatomiestunde oder Gruselkabinett

Klassen des Beruflichen Gymnasiums besuchen die Ausstellung Körperwelten. Neben den doch sehr eindrücklichen Darstellungen der menschlichen Anatomie stellt sich dennoch immer wieder die Frage nach der ethischen Einordnung dieser Zurschaustellung.

Den Schülerinnen und Schülern wurde diese Frage direkt am Anfang der Ausstellung bewusst: „Ist das echt?“ wurde teilweise ungläubig geraunt, als der Verlauf der embryonalen und fetalen Entwicklung in plastinierter Form aufgereiht wurde. Ja – alle Exponate sind von menschlichen Spendern. Sie wollen einen Beitrag zur wissenschaftlichen Bildung beitragen. So die großgeschriebene Motivation der Spender, die gleich zu Beginn dokumentiert ist.

In der Tat sind die Organe oder auch Zusammenhänge zwischen Organsystemen gut veranschaulicht und es regt die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper an – auch mit dem eigenen, wenn zum Beispiel eine schwarze Raucherlunge einer Lunge gegenübergestellt wird, die nicht jahrelang dem Zigarettenrauch ausgesetzt war – tot sind indes beide.

Die eigene Vergänglichkeit wird einem direkt vor Augen geführt und auch das kann etwas in einem bewirken – sei es selbst etwas unvergänglicher werden zu wollen. So antworteten nicht wenige Schülerinnen und Schüler sich vorstellen zu können, selbst Teil dieser Ausstellung zu werden.

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