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Zeugen der Zeitzeugen - P. Kaufmann berichtet am Berufskolleg Opladen

Zeitzeugin P. Kaufmann berichtet vom Schrecken des Holocausts und den Folgen

Ihre Eltern überlebten den Horror von Auschwitz

„Interessant, spannend und sehr bewegend", mit diesen Worten fasste Emilie zusammen, was sie gerade erlebt hatte. 90 Minuten lang hatte die Schülerin der G-AHR 13 gemeinsam mit ihrer Klasse und den MitschülerInnen der Parallelklasse E-AHR 13 gebannt einen Bericht verfolgt, der erschreckend, lehrreich und gleichzeitig sehr emotional war: Die Zeitzeugin P. Kaufmann, die 1946 in Lodz geboren wurde, schilderte den Jugendlichen den Lebensweg ihrer Eltern, die den Schrecken von Auschwitz überlebt hatten. „Meine Eltern hatten sehr viel Glück", erzählte die 71-Jährige.
 

Kaufmann berichtete den Schülerinnen, wie Auschwitz das Leben aller Angehörigen nachhaltig beeinflusst habe. „Ich selbst bin in einem KZ ohne Mauern aufgewachsen – meine Jugend war von Angst und Trauer geprägt", erklärte die Zeitzeugin, die heute im Ruhrgebiet lebt. „Mein Vater und meine Mutter haben die Erinnerung an die schlimme Zeit immer mit sich getragen, bei uns zu Hause war es immer dunkel und traurig", so die Erinnerung Kaufmanns.

Mit ihren Eltern, die gebürtige Polen waren, siedelte Kaufmann in den 1950 Jahren nach Israel über. Dort lernte sie ihren Mann – einen Deutschen – kennen und zog mit ihm nach Niedersachsen. „Meine Eltern haben lange gebraucht, um zu akzeptieren, dass ich einen deutschen Mann habe", berichtete die Rentnerin. „Aber sie haben mich auch immer Toleranz gelehrt und das versuche ich weiterzutragen."

Für die 35 ZuhörerInnen war diese Mischung aus Familienerzählung und Geschichtsbeschreibung spannend zu verfolgen. „Nicht nur der Horror von Auschwitz ist unvorstellbar, sondern auch die Vorstellung, dass die Familien noch zwei Generationen nach dem Holocaust von den Erlebnissen geprägt bzw. traumatisiert sind", resümierte Hannah aus der G-AHR 13. Gemeinsam mit ihren MitschülerInnen hatte sie sich zuvor im Deutsch- und Gesellschaftskundeunterricht intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus und dem Umgang mit den Verbrechen des „3. Reichs" auseinandergesetzt.

Für Kaufmann, die schon häufig über das Schicksal ihrer Familie berichtet hat, ist es wichtig, dass die Erinnerung weitergetragen wird: „Wir haben schließlich alle die Verantwortung, dass sich so etwas nie wiederholt." Genau dies ist auch das Anliegen des Vereins „Zeugen der Zeitzeugen", der den Kontakt mit Kaufmann auf Anfrage der Lehrer Dietrich und Nick hergestellt hatte.

 

Als Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (SoR-SmC) organisiert das Berufskolleg Opladen immer wieder Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und für Integration. In Zukunft soll es weitere Veranstaltungen mit Zeitzeugen am BKO geben.

Die Rheinische Post berichtet so ...

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