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Lossprechungsfeier 2010 der Tischler/innen Bergisches Land
Auch in 2010 wieder gut besucht: Die Feier zur bestandenen Gesellenprüfung unserer Tischlerinnen und Tischler bei Holz Richter in Lindlar

Endlich! Am vergangenen Mittwoch gingen für unsere Auszubildenden der Tischler-Oberstufe einige besonders anstrengende Wochen vorüber: Nach der Planung und Anfertigung der Gesellenstücke sowie praktischer und theoretischer Prüfungen erfolgte am 30.06.2010 die feierliche Lossprechung der Tischler im Ausstellungsraum der Firma Holz Richter in Lindlar. Bereits im zweiten Jahr fand hier die Lossprechungsfeier statt; und wer meinte, es sei heute besonders heiß, der war im vergangenen Jahr nicht dabei...

Bereits zum zweiten Mal feierten unsere frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen gemeinsam mit den Auszubildenden der beiden weiteren Berufskollegs im Bezirk der Tischlerinnung Bergisches Land den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Und ebenso wie im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung für den Jahrgangsbesten der Innung an einen Schüler unseres Berufskollegs: Jörn Sistig stellte seine besonderen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten unter Beweis und legte die beste Gesellenprüfung dieses Jahres ab.


Zu Recht stolz auf seine Leistung: Jahrgangsbester Jörn Sistig

Besondere Aufmerksamkeit der Besucher galt natürlich der Ausstellung der Gesellenstücke der Auszubildenden. Erste Planungen für diese Möbel hatten die Schüler bereits um die Weihnachtszeit angefertigt. Im Verlauf der Entstehung des endgültigen Entwurfs wurden viele Ideen geprüft, geändert - und so manches auch wieder verworfen. Doch die Anstrengung hat sich gelohnt: Die Besucher der Lossprechungsfeier bekamen einige interessante Möbel zu sehen.
Wollte man die gezeigten Möbel unter einem Titel zusammenfassen, so könnte dieser in diesem Jahr "sideboard" heißen. Ob als Hänge- oder Standmöbel, die weitaus größte Zahl der vorgestellten Stücke gehörte zur Gattung der vielseitigen halbhohen Aufbewahrungsmöbel, die im Wohnbereich an verschiedenen Orten eingesetzt werden können.
Auch wenn die Grundidee vielfach ähnlich ist, so waren die ausgestellten Möbelstücke doch wieder so unterschiedlich wie unsere Auszubildenden: Vom "Vollholzklassiker" mit Türen in Rahmen-Füllung-Konstruktion über Anleihen an die 1920er Jahre und den darauf folgenden Jahrzehnten zeigten die vorgestellten Möbel den Einfluss der Stilrichtungen der vergangenen 120 Jahre. Doch gab es auch ausgesprochen moderne Möbel, die durch die ungewohnte und pfiffig umgesetzte Neuinterpretation herkömmlicher Möbelthemen bemerkenswerte Akzente in dieser Ausstellung setzten.
Christian Piske griff ein Thema der letztjährigen Möbelmesse "imm Cologne" auf und wählte als Front für sein Möbelstück Eichenholz mit Fehlstellen und Rissen - Material, welches aus traditionellem Blickwinkel betrachtet lediglich als Brennholz Verwendung finden könnte. Durch das Ausgießen dieser Fehlstellen mit verflüssigtem Metall entstand eine ausgesprochen dekorative Möbelfront, die durch den zurückhaltend gestalteten, wohl proportionierten Korpus aus Corian (einem hochwertigen Kunststoff für Möbeloberflächen) besonders gut zur Wirkung gebracht wurde. Diese gestalterische Leistung und die gelungene Kombination von Holz, Kunststoff und Metall wurde von der Jury des Gestaltungswettbewerbs "die gute Form" mit einem wohlverdienten ersten Platz gewürdigt.



Zur Vergabe eines zweiten Platzes konnte sich die Jury nicht durchringen, so dass lediglich ein dritter Platz vergeben wurde, der dem Möbel von Bertram Tolksdorf von der Schreinerei Feltes und Munkel in Leverkusen verliehen wurde. Auch die Wirkung dieses Möbels liegt in erster Linie in dem gekonnten Einsatz von Holz, dessen besondere gestalterische Qualität gerade in seinen "Fehlern" liegt - auch hier also ein Material, welches bei manch anderem Verwender nicht zum Einsatz gekommen wäre. So weist die um mehrere Zentimeter nach oben abgesetzte Deckplatte einen Längsriss auf, der im traditionellen Möbelbau eine Verwendung dieses Brettes ausschließt, hier aber zum interessanten gestalterischen Element wird. Die Front des Möbels ist aus zwei verschiedenen Furnierarten in aufwendiger Handarbeit zusammengesetzt worden. Besondere gestalterische Qualität erlangt diese Möbelfront durch die Verwendung seltenen unbesäumten Furniers - eine Sortierung, die in der Möbelindustrie aufgrund der aufwändigen Verarbeitung keine Verwendung findet.



Eine der beiden ausgesprochenen Belobigungen ging an J. Gutmann, der das altbekannte Thema "Kleiderschrank" neu interpretierte und eine sehr individuelle Lösung mit frei unter dem Korpus aufzuhängenden Kleidungsstücken wählte. Besonders frisch und pfiffig wirkt die gelungene Kombination von Stahlrohr, Farbe, Holz und Kunststoff beschichteter Holzwerkstoffplatte.

So zeigen die Preisträger, dass das Tischlerhandwerk durchaus immer noch Besonderes zu bieten hat und dass es seine Stellung neben der industriellen Fertigung von Möbeln durchaus zu behaupten weiß.

Eine Übersicht über die Möbel unserer frischgebackenen Gesellen finden Sie hier.
Eine Fotoseite finden Sie hier.
Den Bericht des Leverkusener Anzeigers finden Sie hier ...
Gesellenstücke 2010
Lossprechungsfeier 2010 der Tischler/innen Bergisches Land
Auch in 2010 wieder gut besucht: Die Feier zur...


Die Gesellenstücke unserer Auszubildenden 2010
Wollte man die gezeigten Möbel unter einem Titel...


Die Gesellenstücke 2010 der Tichlerinnen und Tischler
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