Der Schuldirektor, der am 30. Juli 1803 die Elementarschule an der Düsseldorfer Straße in Opladen inspizieren sollte, fand dort selbst für damalige Verhältnisse haarsträubende Zustände vor:
„Hinter der Kirche (St. Remigius) an einem halbverdeckten Platze bezeichnete man mir eine baufällige Hütte als Schulhaus. Es war das schlechteste Schulgebäude, welches ich noch je gesehen hatte. Von Holz erbaut, Leimenwänden, Strohdache kaum anderthalb Fuß hohen Fenstern, mit einem Schulzimmer ... feucht und dunkel. Fußboden, Dach, Dielen und Fenster, alles war baufällig, und nur mit Gefahr, von zerbrochenen Balken und der loshängenden Zimmerdecke erschlagen zu werden, konnte man darin verweilen ... Der anwesende Küster und Lehrer zeigte so wenig Teilnahme und Neigung für das Schulfach, dass man hiervon auf den Unterricht zu schließen sich eine traurige Vorstellung davon machen musste.“
(nach: Die Kreisstadt Opladen, Dr. Karl Siegmar Baron von Galéra)
Ab 1806 sollte dann aber doch alles neu und besser werden: Ein neues Schulhaus wurde gebaut (die heutige Stadtteilbücherei vorn an der Düsseldorfer Straße) mit einliegender Lehrerwohnung. Der schon erwähnte Küster durfte dann doch noch zwei Jahre lang die Kinder unterrichten, obwohl der neue Vikar schon als Lehrer eingestellt war.
Die anschließende Zeit scheint für die Schülerinnen und Schüler sowie für ihre Lehrer recht widersprüchlich verlaufen zu sein. Anspruch und Wirklichkeit in dem kleinen Schulhaus an der Düsseldorfer Straße waren – nach den Unterlagen des Stadtarchivs Leverkusen – oft meilenweit voneinander entfernt.
So legte der Schulerlass von 1812 fest, dass dem Lehrer bei mehr als achtzig Schülern pro Klasse ein Hilfslehrer zugeteilt werden soll. Im Jahre 1830 wurden aber einhundertfünfzig Kinder von einem Lehrer unterrichtet. Noch 1869 saßen in jeder der drei Klassen neunzig Kinder, wobei ein Lehrer oftmals auch mehrere Klassen gleichzeitig unterrichten musste. Im Jahr 1872 wird stolz gemeldet, dass jedes Kind dieser Opladener Schule täglich drei Stunden Unterricht erhält.

Das Schulgebäude um 1905
Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Enge immer unerträglicher und die Lernergebnisse entsprachen nicht mehr den neuen Anforderungen eines sich als modern verstehenden Staates. Eine neue Schule musste her. So wurde 1896 eine achtklassige katholische Volksschule gebaut. Dieses Gebäude ist heute der Hauptteil unserer Schule. Schon 1902 erwies sich das Gebäude als zu klein. Also wurde es verlängert. Es entstand der zweite Eingang mit den rechts davon liegenden Klassenräumen. Weiterer Platzmangel führte dann dazu, dass die Schule im Jahr 1932 um ein Stockwerk erhöht wurde. So ergab sich das heute für uns vorhandene Gebäude, an welches noch einmal drei „Containerklassenräume“ angebaut wurden. Die ursprüngliche Schönheit und architektonische Ausgewogenheit lässt sich aber noch erahnen.

Das Schulgebäude um 1935
Viele Unterlagen über die Geschichte „unserer“ Schule an der Düsseldorfer Straße 10 schlummern noch unentdeckt im Leverkusener Stadtarchiv. Das 20. Jahrhundert, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus, müsste noch erforscht werden. Dies könnte eine spannende Aufgabe für zukünftige Schülerinnen und Schüler unserer "alten Schule" sei. |