Bunbury - oder Ernst sein ist wichtig ist eine der besten Komödien von Oscar Wilde, dem Inbegriff des Dandys.

Schülerinnen und Schüler des Fachbereichs Sozial- und Gesundheitswesen inszenierten ein Tanz- und Theaterstück nach Oscar Wildes "Bunbury - oder Ernst sein ist wichtig". Die Aufführungen fanden in der Festhalle Opladen am 16. und 17. März statt. Die LehrerInnen Markus Dietrich und Sonja Faust setzten damit eine lange Tradition der Theaterarbeit fort.
Zum Inhalt:
Das Stück beginnt mit einem Tanztheater-Prolog, der die Haltung Oscar Wildes aufgreift, "zwischen Wahrheit und Pose zu oszillieren".
Oscar Wilde schuf den Dandy und verkörperte ihn lange mit vollkommener Pose. Doch dahinter verbarg sich der scharfe Blick eines Gesellschaftssatirikers. Das Tanztheaterstück "Between pose and truth" spielt mit der Spannung, den Pose und den sie durchdringenden Blick erzeugen. Teil I zeigt die ungebrochene Pose, die sich in und für die sie umgebende Gesellschaft formt. Im zweiten Teil lassen Brüche in der Pose uns hinter die Fassade blicken. Was verbirgt sich dort? Aggression, Albernheit, Langeweile oder Zweifel? - Wir wissen es nicht. Schließlich kehrt die Pose zurück und schafft Ordnung für die Figuren in Bunbury.

Dann folgt das eigentliche Stück nach Oscar Wilde Bunbury - oder Ernst sein ist wichtig. Alles Triviale ist mit großem Ernst und alles Ernste mit kunstvoller Trivialität zu behandeln, sagt Oscar Wilde. Recht hat er. Der tiefere Sinn von Gurkensandwich und Butter-Kräpfchen sei erstmal dahingestellt. Beides wird in Bunbury, Wildes bester Komödie, inflationär verdrückt. Auf jeden Fall muss John Worthing immer wieder seinem Lebensalltag auf dem Land entfliehen, um seinen Bruder Ernst in der Großstadt zu besuchen. Den Bruder gibt es nicht. John hat ihn erfunden. Und so besucht John sich selbst unter dem Namen Ernst, den es nicht gibt, weil John Ernst ist, und schlägt sich die Nächte um die Ohren. Johns Freund Algernon Moncrieff muss seinerseits dem Lebensalltag in der Großstadt immer wieder entfliehen, um seinen schwer kranken Freund Bunbury auf dem Land zu besuchen. Den Freund gibt es nicht. Algernon hat ihn erfunden. Und so besucht Algernon sich selbst unter dem Namen Bunbury, den es nicht gibt, weil Algernon Bunbury ist, und hat viel Spaß. Die Freunde John und Algernon, die es gibt, entdecken das Doppelleben des jeweils anderen, woraufhin Algernon, den es gibt, als Ernst, den es nicht gibt, aufs Land fährt und sich dort in das Mündel von John, den es gibt, verliebt, während John sich schon lange in die Cousine von Algernon verliebt hat. Nun gibt es diverse Verwirrungen und eine wunderbare Lösung.

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