Am Freitag, den 27. März 2009, war eine Gruppe von 11 französischen Schülern mit ihrer Lehrerin Frau Hemme und ihrem Lehrer Herrn Morin im Berufskolleg Opladen zu Gast.
Sie kamen aus Jouy en Josas, einem Ort in der Nähe von Versailles.
Während ihres einwöchigen Deutschlandaufenthaltes wollten sie eine typische deutsche Berufsschule kennen lernen und mehr über das deutsche Ausbildungssystem speziell im Garten- und Landschaftsbau erfahren.
Kurz nach 9 Uhr traf die Gruppe ein und wurde im Selbstlernzentrum von unserem stellvertretenden Schulleiter, Herrn Helleberg, perfekt in ihrer Landessprache begrüßt.
Frau Althaus stellte anschließend kurz unsere Schule vor.

Dann wurde es für unsere 36 Garten- und Landschaftsbau-Azubis richtig interessant. Frau Hemme, in Tübingen/ Baden-Württemberg geboren, stellte ihre Schule und das französische Bildungssystem vor.
Die französischen Schüler haben eine dreijährige Grundausbildung im Garten- und Landschaftsbau absolviert, anders als bei uns nicht im dualen System, sondern an einem Schulzentrum mit im Unterricht integrierten Praktika in Betrieben. Nach ihrer Ausbildung spezialisieren sich die Schüler in einem Jahr auf dem Gebiet des Sportplatzbaus.
In der Schule, Tecomah - l´ecole de l´Environnement et du Cadre de Vie, werden Schüler/innen unterrichtet, die im Bereich Pflanze/ Nahrungsmittel tätig sein wollen, also neben Gärtnern z.B. auch Köche und Konditoren.
Die Schule liegt eingebettet in einem riesigen, gepflegten Parkgelände. Über die allgemeine bzw. berufsspezifische Ausstattung gerieten unsere Schüler/innen ins Staunen: helle, großzügige Klassenräume, eine 400 m² große jederzeit zugängliche Bibliothek, Computer mit Internetzugang für alle Schüler, eine Kantine, schöne Aufenthaltsräume, riesige, moderne Gewächshäuser……… Dazu kommt ein Maschinenpark für den Sportplatzbau auf höchstem und neuesten technischen Niveau.
Diese paradiesischen Zustände wurden aber auch wieder relativiert. Pro Jahr sind von jedem Schüler 1200,- € Schulgeld zu zahlen, ein rein symbolischer Unkostenbeitrag, wie unsere französischen Kollegen meinten…. Die Unterrichtszeit endet zudem regelmäßig um 17.30 Uhr. Mütze tragen und Trinken im Unterricht ist in Frankreich undenkbar.
Dann ging es in unsere Klassenräume und auf "Tuchfühlung" mit den Franzosen. Was bietet sich besser an als die Bestimmung von Gehölzen in kleinen Gruppen? Bei botanischen Pflanzennamen gibt es keine Sprachbarrieren! Mangelnde Deutsch- bzw. Französischkenntnisse wurden mit Englisch, Mimik und Gestik oder der Hilfe von Frau Hemme gemeistert.

Um 12 Uhr gab es ein leckeres Mittagessen, von Frau Kemen und ihrer Klasse zubereitet. Dann ging es frisch gestärkt zum Verdauungsspaziergang ins Schulgewächshaus. Nach der Begutachtung der "Mini-Baustellen" unserer Azubis bestand der Wunsch nach dem kurzen Besuch eines Friedhofs. Unvorstellbar für die Franzosen, dass man in Deutschland sein Geld als Friedhofsgärtner verdienen kann. Nach einem Rundgang um die Baustelle Bay-Arena ging um 17.30 Uhr ein interessanter Tag zu Ende.
Ein Dank gilt den Kolleginnnen und Kollegen, die zum erfolgreichen Gelingen des Tages mit gewirkt haben: Frau Althaus, Frau Bleier, Frau Gwschend, Frau Wilscher, Herr Merholz und Herr Rüddenklau. Merci!
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